Von Katzen und Modellhubschraubern

Wer eine Katze im Haus hat, hat im Allgemeinen keine Langeweile. Vor allen Dingen, wenn man für sich selber was zum Spielen holt, kann man sich fast sicher sein, dass der Stubentiger dieses auch zu schätzen weiß. Meine Modelleisenbahn habe ich in einem separaten Kellerraum untergebracht, den einzigen Ort, an den das kleine Fellknäuel nicht mehr hin darf. Ein Versuch beides in einem Raum zu lassen, endete leider mit Szenen, die aus einem Godzilla- oder Katastrophenfilm stammen könnten.

Doch nun zum aktuellen Favoriten meiner Katze, meinem neuen Modellbau Hubschrauber. Ich sage natürlich meinen, aber jeder Katzenhalter sollte wissen, dass Besitz eine eher vag umrissene Größe ist, wenn ein starrer Blick und leicht ausgefahrene Krallen klar machen, wer im Haus eigentlich das Sagen hat ;-) Im Moment spielt unser Stubentiger also mit Vorliebe Boden-Luft-Rakete. Zu Anfang habe ich den Hubschrauber noch problemlos starten können, jetzt muss ich das Modell nur im Nebenzimmer anlassen und die Katze ist direkt da.

Zwangsläufig startet das gute Stück inzwischen von meiner Hand aus und sorgt für heitere Minuten, wenn erfolglos versucht wird das gute Stück auf den Boden zu bringen. Dazu muss man sagen, dass wir schöne hohe Altbaudecken haben und auch von Regalen und Schränken aus nicht jeder Winkel des Raumes mit Sprüngen zu erreichen ist.

Aber auch in domestizierten Raubtieren (falls jemand glaubt, dass Katzen wirklich domestiziert sind oder einfach nur darauf warten, dass ein Dosenöffner kommt, der mit Pfoten zu bedienen ist) steckt immer noch der alte Jagdinstinkt. Und so hieß es letzte Woche „Black Hawk Down! Black Hawk Down! Ich hatte unseren Stubentiger gar nicht gesehen, als ich den Hubschrauber startete, was mir sehr merkwürdig vorkam. Schließlich kam das gute Tier sofort beim Starten der Rotoren ins Zimmer gehechtet. Nun, die Katze hatte sich ganz still und leise auf einem der Regale versteckt – was starte ich Depp den Hubschrauber auch im gleichen Zimmer – und gerade als er aus meiner Hand in die Höhe schoss, flog etwas Graues an mir vorbei. Stolz über die getane Arbeit wurde kurz gemaunzt und ich stand ziemlich verdattert im Raum. Das wird mir eine Lehre sein, ein Spielzeug zu kaufen, um den Herrscher des Hauses zu ärgern.

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